Sehlicht versus Wuchslicht
Teil V: Diskussion und Fazit

 

I. Vorwort II. Lichtwirkungen III. Lichtbewertung IV. Ergebnisse V. Diskussion

leich zu Beginn möchte ich einen Hinweis anbringen, der mir sehr wichtig ist. Diese Abhandlung soll nicht zu Diskussionen führen, ob nun die 840er mit 195 syn pro Watt (Tazawa) besser ist als die 865 mit "nur" 192 syn/W. Der Unterschied beträgt lediglich 1,6 % und geht in der aquaristischen Praxis vollkommen unter. Wer meint, man könne ein Aquarium bis auf die Nachkommastelle berechnen, ist bei mir falsch. Dieser Artikel soll eine Abschätzung über die zu erwartende Photosyntheseleistung erlauben. Mehr nicht.

Interessant – zumindest für mich – ist, daß der Unterschied zwischen den Werten nach Tazawa und nach DIN von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. Leuchtstofflampe 830) gar nicht so groß ist und bei einigen Lampen sogar ganz verschwindet. In den meisten Fällen liegt der Unterschied im einstelligen Prozentbereich und gehört damit zur Rubrik "aquaristisch vernachlässigbar". Im Zweifelsfall bin ich selber allerdings geneigt, der Bewertung nach Tazawa größeres Vertrauen zu schenken. Die Macher der DIN haben sich wohl etwas dabei gedacht, als sie ihr Wirkspektrum veröffentlicht haben. Nur das, was sie sich dabei gedacht haben, bleibt im Dunkeln. Dagegen lesen sich Tazawas Quellennachweise wie das Who-is-Who der Wirkspektrumsforscher.

Auch die Unterschiede innerhalb der jeweiligen Kategorien, also innerhalb der Leuchtstofflampen mit Standardleuchtstoffen (500er, 600er und 700er Lichtfarben), oder innerhalb derer mit Dreibandenleuchtstoffen (800er Farben), und so weiter, halte ich in den überwiegenden Fällen für so gering, daß man darüber hinwegsehen kann. Dabei sind die rechnerischen Ergebnisse durchaus konsistent (und zeigen damit die Brauchbarkeit des Verfahrens): Leuchtmittel mit hohem Rotanteil (niedrige Farbtemperatur) erzielen bei der Bewertung nach Tazawa, die den Rotanteil höher gewichtet, bessere Ergebnisse als Leuchtmittel, deren Strahlungsmaximum im kurzwelligen (blauen) Spektralbereich liegt.

Die Photosyntheseaktivität der Pflanzen reagiert auf Änderungen der spektralen Zusammensetzung des Lichts, und dessen Modulation. Daher hängt bei Versuchen zur Gewinnung des Aktionsspektrums das Ergebnis davon ab, wie die Pflanze vor und während des Versuchs beleuchtet wird. Tazawa weist in seiner Arbeit darauf hin. Aber richten sich auch alle Photosyntheseforscher danach und geben den Pflanzen genug Zeit, sich den Lichtverhältnissen bei der Versuchsdurchführung anzupassen?

In der vorausgegangenen Version dieses Artikels stellte ich noch die Frage, ob es innerhalb der Antennenpigmente in den Lichtsammelsystemen möglicherweise Synergie-Effekte zwischen Photonen unterschiedlicher Energie (Licht unterschiedlicher Wellenlänge) gibt, ähnlich wie den Emerson-Effekt, der das Vorhandensein zweier Photosysteme zeigt. Inzwischen habe ich eine Antwort gefunden: Der Vortrag "Substituting for Sunlight: Photosynthesis, Photobiology, and Electric Lights" von Bruce Bugbee vom Crop Physiology Laboratory der Utah State University verneint dies und nennt es einen Mythos.

 



left_s.gif (1093 Byte) home_s.gif (1921 Byte)
[Ergebnisse] [zurück]